Ansicht aus Hagen in Westfalen, Hintergrund

LANGE RIEGE

SIEDLUNG AN DER ROUTE INDUSTRIEKULTUR

Die "Lange Riege", einst Wohnung und Werkstätte der Eilper Klingenschmiede, kann auf eine über 300jährige wechselvolle Geschichte zurückblicken. Lange vor der Industrialisierung gingen hier Schmiede aus dem bergischen Land ihrer Arbeit nach.

Auch wenn die einzelnen Häuser in den mehr als 300 Jahren ihrer Existenz einige Veränderungen erfahren haben, stellen sie dennoch ein einmaliges historisches Bauensemble dar.

In früheren Zeiten bäuerlich geprägtem Eilpe und im Volmetal war der Einzelhof die frühe Siedlungsform. Hier wurden Schmiedearbeiten vorwiegend für landwirtschaftliche Geräte vorgenommen. Bis zum Dreißigjährigem Krieg gab es keine Industrie.

Lange Riege

Erst die Nutzung der Wasserkraft veränderte die Situation. 1665/66 siedelten sich Klingenschmiede aus Solingen in Eilpe an. Die Häuser der Klingenschmiede stehen noch heute in der Riegestraße und haben unter Eilpern den Namen „Lange Riege“. 1693 machte sich Mathias Vorster in Delstern mit einer Papiermühle selbstständig. Es wurden Erweiterungen notwendig und weitere Papiermühlen hier gegründet. In den folgenden Jahrhunderten gab es zahlreiche Firmengründungen unterschiedlichster Gewerbe. Neben der eisen- und metallverarbeitenden Industrie entstanden Brauereien und Brennereien und eine Kalk- und Steinindustrie. Als Folge der industriellen Revolution hat die Wirtschaft in Eilpe, Delstern und der Selbecke im letzten Jahrhundert sich stark verändert. Viele Industriebetriebe haben geschlossen, Gewerbe- und Kleineisenindustrie hat sich verändert, manche Handwerkszweige gibt es nicht mehr und der Tante Emma-Laden ist aus dem Straßenbild verschwunden.

 

Für die Sozialgeschichte des Ruhrgebiets und die städtebauliche Gegenwart sind Siedlungen wie die Lange Riege in Hagen besonders aufschlussreich. Sie erlauben einen authentischen Einblick in das Leben der Region.