Ansicht aus Hagen in Westfalen, Hintergrund

Hagener Museumsbunker

Ausstellung zum deutschen zivilen Luftschutz im zweiten Weltkrieg

Zu eher „unbequemen Denkmälern“ zählen viele Bauten, die heute im Allgemeinen aufgrund der politischen und sozialen Umstände ihrer Entstehungsgeschichte ein gewisses Unbehagen oder sehr negative Gefühle auslösen, so auch die Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg. Der Hochbunker in der Bergstraße 98 hinter dem theaterhagen ist der einzige, der in seiner Komplexität und Authentizität in Hagen weitestgehend erhalten ist. Trotz verschiedener Nutzungen in den letzen Jahrzehnten konnten die wesentlichen Details erhalten bleiben. So zeigt er sich vor allem im Untergeschoss nahezu unverändert.

 

Bunker Fassade
Fassade Museumsbunker in Hagen

Der Bunker gehörte zu den ersten Anlagen, die in Deutschland errichtet wurden. Er besitzt auch heute noch eine hohe Aussagekraft im Stadtbild. Für die Denkmalpflege ist er ein wichtiger Zeitzeuge für den Bombenkrieg, dem allein in Hagen mehr als 2.000 Menschen zum Opfer fielen. Aber auch die Folgenutzungen erzählen eine spannende Geschichte. Heute befindet er sich in Privatbesitz und Besucher können dort nachfühlen, wie die Menschen die Bombennächte des Zweiten Weltkrieges erlebt haben.

Im Untergeschoss wurde eine Ausstellung mit Exponaten aus der schlimmsten Zeit der deutschen Geschichte geschaffen. Lassen Sie sich zurückversetzen in eine Zeit von Todesangst, Bombeneinschlägen und Sirenen und informieren Sie sich anhand von Originalen zum zivilen Luftschutz. Der Zivilschutzbunker von 1940 ist unterirdisch noch original erhalten. In den vielen kleinen Zellen ist das Leben der Schutzsuchenden von damals originalgetreu rekonstruiert. Hier können Sie selbst die bedrückende und beengte Welt hautnah unter dem Dröhnen der Bombeneinschläge erleben.

Von der Seiten der Stadt Hagen können Sie sich die Broschüre zum Tag des offenen Denkmals 2013 in Hagen "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmäler?" im Pdf-Format herunterladen.

HISTORISCHE FÜHRUNG

Hier lernen Sie den Bunker in seiner ganzen Geschichte kennen, erleben hautnah die Atmosphäre der damals Schutzsuchenden in den kleinen Zellen, können die alte Original-Technik im Bunker bestaunen, und die Vielzahl der historischen Exponate vom zivilen Luftschutz des zweiten Weltkrieges sehen - von Bombenteilen bis zu Verdunkelungsmaßnahmen, von Kinder-Gasschutzjäckchen bis hin zu Auszeichnungen und Abzeichen vom RLB und zahlreiche Luftangriffsaufnahmen und Fotos vom zerstörten Hagen. Drehen Sie selber die alte Luftschutzsirene und bestaunen Sie den Beton-Koloss, der damals als Luxus-Bunker galt.

Termin: am 1. Sonntag im Monat um 15 h

Kosten: 9,50 €

Nähere Infos erhälten Sie bei der VHS unter der Telefonnummer 02331/2073622.

DUNKELFÜHRUNG

Hier erleben Sie den Bunker von seiner spannendsten Seite: komplett verdunkelt wie in Angriffszeiten und nur mit einer Dynamo-Taschenlampe, die Sie wie in Kriegzeiten selber kurbeln können, erkunden Sie die bizarre unterirdische Welt der Schutzsuchenden von damals. Sie hören das Röhren der Lüftungsanlage und das Dröhnen der Bombeneinschläge und die alten Luftlagemeldungen surren durch die dunklen Gänge. Hier spüren Sie die bedrückende Atmosphäre von damals am eigenen Leibe.

Termin: am 2. Samstag im Monat um 17 h

Kosten: 9,50 €